
Quelle: DLR/NASA
Problemstellung
Verkehrsemissionen tragen wesentlich zur Belastung der Umgebungsluft mit Schadstoffen bei. Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub finden sich vor allem an verkehrsnahen Standorten. Das S-VELD Projekt hatte zum Ziel, auf Grundlage neuester Sentinel-Satellitenmessungen von NO2 und Feinstaub sowie Verkehrsdaten des BMDV verkehrsbedingte Schadstoffemissionen und deren Beitrag zu Umweltbelastung in Deutschland zu quantifizieren.
Durch die Bereitstellung hochaufgelöster Karten- und Datenprodukte zur bodennahen Schadstoffbelastung mit NO2 und Feinstaub (PM2.5) wurde außerdem das große Potential der Copernicus-Sentinel-Flotte für das Umwelt-Monitoring als Entscheidungshilfe für Behörden demonstriert.
Ergebnisse und Wirkungen
Aus Messungen der Sentinel-Satelliten wurden erstmalig bodennahe NO2- und Feinstaub-konzentrationen für das Bundesgebiet bestimmt und hochaufgelöste Karten- und Datenprodukte über einen Web-Mapping-Dienst (Geoservice) für die Endnutzer bereitgestellt. Hierfür wurden satellitenbasierte Messungen mit Emissions- und Schadstoffausbreitungsmodellen kombiniert. Anhand räumlich und zeitlich detaillierter Daten zur Verkehrsbelastung unter Verwendung technologieabhängiger Emissionsfaktoren konnten wichtige Erkenntnisse über Emissionen des Kfz-Verkehrs ermittelt werden. Darüber hinaus wurden durch den Einsatz verschiedener Emissions-Datensätze und Berechnungsverfahren Grundlagen für eine genauere Erfassung der NOx Emissionen erarbeitet. Schließlich wurden über Quelle-Rezeptor-Beziehungen die Beiträge der wichtigsten Emissionssektoren zur NO2 Hintergrundbelastung in ländlichen und städtischen Gebieten modelliert.
Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass die europäischen Sentinel-Satelliten wichtige Informationen zur Bewertung von Luftschadstoffen, ihrer Quellen und ihrer zeiträumlichen Verteilung in Deutschland und Europa liefern können.
Verbundkoordinator | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Oberpfaffenhofen |
Projektvolumen | Summe: 2.475.852 Euro (davon 78 % Förderanteil durch BMDV) |
Projektlaufzeit | 08/2018 - 07/2021 |
Projektpartner | • Freie Universität Berlin, Institut für Meteorologie, Berlin
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Ansprechpartner | Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. Dr. Pieter Valks Tel: +49 8153 28-1466 Email: pieter.valks@dlr.de |